Balkon Allgemein

Balkone sind Plattformen an Gebäudefassaden, die mittels Konsolen oder Trägern aus dem Baukörper herausstehen.
Sie liegen oberhalb des Geländeniveau und daher muss ein Balkon zur Absturzsicherung von einem Geländer oder einer Brüstung eingefasst werden.

Materialien im Balkonbau

Im Balkonbau werden Holz, Stahl und Stahlbeton verwendet, um das Podest/ die Konsole zu errichten.
Für die Einfassung mittels Brüstung oder Geländer kommen weitere Materialien zum Einsatz.
Hier kann auch Holz oder Stahl Verwendung finden, aber auch Glas, Aluminium, Acrylglas, Polycarbonat, oder HPL-Platten.
Wichtig bei der Konstruktion von Balkonen ist, dass die verwendeten Materialien auf Merkmale der Sicherheit gegen Absturz geprüft sind.
Hier kommen ETA (European Technical Assesment) und ETB (Europäische Technische Bewertung) Zulassungen zum Tragen, die bei bestehender Prüfung zu einem Produkt-CE-Zertifikat führen.
Die benannte Stelle in Deutschland, die solche Bewertungen/ Prüfungen durchführt, ist das DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik).
Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Komponenten, die an einem Balkon verbaut werden, (Stahl, Schrauben, Verbindungssysteme, Klemmenhalter, Glas, HPL-Platten, etc.) eine solche ETB Prüfung bestanden haben müssen.

Balkonkonstruktionen

Balkongeländer müssen je nach Höhe des Podests, eine Brüstungshöhe von 900mm bis 1100mm aufweisen.
Wenn zur Füllung zwischen den Geländer-Rahmen HPL-Platten zum Einsatz kommen, muss folgendes beachtet werden.

1. Bei der Montage von HPL-Platten ist auch wegen des Kunststoff- und Holzanteils mit Längenausdehnungen bei verschiedenen Witterungseinflüssen zu rechnen.
Daher muss in der Plattenmitte ein Festpunkt und bei allen anderen Befestigungsbohrungen ein Gleitpunkt gesetzt werden.
Es wird von Längenausdehnungen von ca. 2,5mm pro Meter ausgegangen.
Die Platten können sich so bei der unterschiedlichen Witterung, in alle Richtungen ausdehnen und zusammenziehen.
Das bezeichnet man als Zwängungsfreiheit.

2. Bei der Auslegung von Balkonen müssen auch statische Aspekte beachtet werden. So hängen trotz relativ leichten Materialien, immer noch große Lasten und Windangriffsflächen in der Luft.
Die Geländer, die Materialien und die Anzahl der Befestigungen müssen auf diese Lasten und Einflüsse ausgelegt werden. Hier sollten immer Statiker oder entsprechende Fachleute hinzugezogen werden, die eine Balkonbrüstung korrekt auslegen und die ggf. unterschiedlichen geografischen Bedingungen, wie Windlast, bauliche und gesetzliche Bestimmungen, und die jeweiligen Herstellerangeben beachten.

Befestigungsmaterialien

1. Sicherheitsbalkonschrauben:
Bei der Verwendung von Schraubverbindungen ist auf ein geprüftes Verbindungssystem zu achten.
Hier biete sich die Sicherheitsbalkonschraube der Fa. MBE an. Wichtig, Das Gewindeende muss mit einer Schraubensicherung versehen sein. Es sind Hutmuttern zu verwenden.
Zwischen HPL-Platte und Geländer-Konstruktionsteilen muss eine Kunststoffscheibe gelegt werden.
2. Nietverbindungen:
Die Länge des Niets ist der Rahmenkonstruktion anzupassen.
Beim Befestigungsvorgang sind sogenannte Sonderlehrenmundstücke zu verwenden.
Sie dienen zum geraden ansetzen, großflächigen verteilen der Kraft (damit die Platte keinen Schaden nimmt) und zur Sicherstellung der richtigen Klemmkraft bei Gleitpunkten.
Würde die Klemmkraft nicht eingehalten werden, kann sich die Platte bei unterschiedlichen Witterungen verbiegen.
3. Klemmenhalter/ Glasklemmenhalter:
Für die Befestigung der HPL Geländerfüllung mit Klemmenhaltern, ist hier auf eine allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung (ETB) zu achten.
Es gibt verschiedene Größen und Formen und Materialien. Z.B. Zink und Edelstahl (V2A und V4A).

Bei Beachtung dieser wichtigen Punkte kann man bei der Verwendung von Balkongeländern eine lange Zeit Freude haben, ohne sich wegen Risiken Gedanken machen zu müssen.
Alle Informationen die wir Ihnen hier bereitgestellt haben, sollen lediglich einen kleinen Überblick verschaffen.
Sie sind nicht verbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Balkongeländer sind wichtig für Leib und Leben und müssen von Statikern und zertifizierten Fachfirmen ausgearbeitet werden.
Die individuellen Auflagen können in Bundesländern verschieden sein. Je nach Standort sind unterschiedliche Umwelteinflüsse zu beachten. (z.B. Windlast, etc.)
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